Seit ihrer Gründung haben die Vereinigten Staaten von Amerika nunmehr ihre zweite Verfassung installiert. Diese sieht vor, dass das Regierungssystem präsidial, föderal und republikanisch ist. Legislative, Exekutive und Judikative sind relativ strikt getrennt, ebenso wie die Bundesebene von den Bundesstaaten, woraus folgt, dass in den verschiedenen Bundesstaaten unterschiedliche Gesetzeslagen herrschen.
Der Kongress ist gemäß der Verfassung das stärkste Staatsorgan, das die legislative Macht ausübt. Er besteht aus den gewählten Repräsentanten der 50 Bundesstaaten. Der Kongress besteht aus zwei Kammern, die die Entscheidungsgewalt über das Haushaltsbudget und das Recht zur Gesetzesvorlage innehaben. Auch wegen seiner Hoheit über das Budget ist der Kongress bestimmend für die amerikanische Politik. Des Weiteren ist es allein dem Kongress vorbehalten, Kriegserklärung anderen Staaten gegenüber auszusprechen. Präsidentensache ist es zwar, Verträge mit anderen Staaten zu unterzeichnen, jedoch hat auch hier der Kongress ein gewichtiges Wort. So sind Verträge erst dann gültig, wenn der Senat – die zweite Kammer des Kongresses – zugestimmt hat und die Verträge ratifiziert.
Die erste Kammer des Kongresses besteht aus den Mitgliedern des Repräsentantenhauses, die für die Dauer von zwei Jahren in ihr Amt gewählt werden.
Das Wahlrecht der Vereinigten Staaten von Amerika hat durch das einfache Mehrheitswahlrecht die Ausbildung eines Zweiparteiensystems forciert. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts sind diese beiden Parteien die Republikaner und die Demokraten. Beide Parteien lassen sich bei ihrer Ausrichtung kaum in ein generelles Schema fassen, da beide innerparteilich Koalitionen mit sehr unterschiedlichen Strömungen aufweisen. Die demokratische Partei ist die mit der zurzeit höchsten Parteimitgliederzahl von 72 Millionen, die Republikaner verzeichnen 55 Millionen registrierte Mitglieder. Kleinere Parteien sind zwar auch existent, spielen aber nur eine geringfügige Rolle. Die Gesamtzahl der Mitglieder aller anderen Gruppierungen beträgt 42 Millionen. Da sich die Mitglieder aber hier sehr stark auf die vielfältigen, unterschiedlichen Gruppierungen verteilen, ist deren Machtkonzentration entsprechend gering.
Auf diesem Faktum begründet sich dann auch die Haltung der Vertreter neuer politischer Strömungen, deren Versuch, Einfluss auf Entwicklungen und Entscheidungen zu nehmen, sich eher darin zeigt, die Abgeordneten der beiden großen Parteien für ihre Ziele zu gewinnen, anstatt selbst neue Parteien zu gründen. Als Beispiele für solche Zusammenschlüsse können die Boston-Tea-Party-Bewegung, die American Civil Liberties Union und die christlich fundamental orientierte Moral Majority genannt werden.
Auch in den USA gibt es eine grüne Bewegung und eine grüne Partei als Interessensvertretung der Bürger, die diese Themen als wichtig und für die Gesellschaft unverzichtbar verstehen. Die Grünen Amerikas spielen jedoch – ebenso wie die kleine Partei der Liberalen – eine unbedeutende Rolle, wenn man davon absieht, dass die Stimmen der Abgeordneten dieser Parteien bei den Präsidentschaftswahlen durchaus auschlaggebend sein können. So steht beispielsweise die Grüne Partei eher den Parteiprogrammen der Demokraten nahe, sorgt aber durch ihr Abstimmungsverhalten dafür, dass dem demokratischen Kandidaten die entscheidenden Stimmen fehlen. In den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts zeigte sich dies exemplarisch, als Ralph Nader als Präsidentschaftskandidat für die Grüne Partei im Wahlkampf agierte und viele Stimmen auf sich vereinigte, die nunmehr den Demokraten zum Sieg fehlten und sich somit begünstigend auf das Gesamtergebnis der Republikaner auswirkten.